Die Freie Wählergemeinschaft Altomünster (FWG)

Von Manfred Heinrich, Josef Seidenschwarz und Josef Wiedmann

1990 - 1996 und 1996 - 2002

1990 1996

 

Am 26. Oktober 1989 wurde Konrad Wagner, Jahrgang 1947, Verwaltungsangestellter der Gemeinde Altomünster, als Bürgermeisterkandidat der FWG mit 79 Stimmen bei einer Enthaltung nominiert. Zur Nominierung der Gemeinderatskandidaten trafen sich dann am 1. Dezember 1989 170 Bürgerinnen und Bürger. Die Dominanz der Besucher aus dem Umland war unübersehbar, dem entsprechend das Wahlergebnis. Den Wahlmodus zu dieser und den künftigen Nominierungsversammlungen führte der Sprecher ein, die absolut freie Wahl in Blöcken. Sechs Gemeindebürger bewarben sich auch für die Freien Wähler um einen Sitz im Kreistag, nur Konrad Wagner meisterte den Einzug. Erstmals seit ihrem Bestehen wurden von der FWG im Hauptort und allen Ortsteilen sehr gut besuchte Wahlveranstaltungen durchgeführt, die mit einer Podiumsdiskussion im Kapplerbräusaal, vor über 400 Besuchern, zwischen den Kandidaten Konrad Wagner und dem mittlerweile zur CSU übergetretenen Josef Mederer ihren Abschluss fanden. Für viele wurde Konrad Wagner überraschend mit 55,6 % der abgegebenen Stimmen zum Bürgermeister gewählt. Den Erfolg vervollständigte das gute Abschneiden der Gemeinderatsliste. Statt bisher sieben zogen neun Kandidaten in den Gemeinderat ein. Die Rechnung der Initiatoren der FWG war aufgegangen. Der Erfolg Wagners beruhte ganz erheblich auf der Unterstützung, dem Engagement und der Motivation der Kandidaten der FWG. Den Bürgern hatte man eine deutlich verjüngte „Mannschaft“ zur Wahl stellen können. Man war auch mit einem ansprechenden, weil überzeugenden Steuerrad-Logo, eine Idee des Sprechers, in den Wahlkampf gezogen. Der große Erfolg der FWG stieß bei der CSU auf Unverständnis, wie man der lokalen Presse entnehmen konnte (Dachauer Neueste Nr. 164 vom 19.07.1990). Bei der Wahl des 2. Bürgermeisters bestand damals innerhalb der FWG keine Einigkeit, so dass erneut Xaver Buxeder (CSU) mehrheitlich gewählt wurde.

Da Manfred Heinrich als Gemeinderat ausschied, legte er auch sein Sprecheramt im April 1990 nieder. Josef Seidenschwarz wurde zum neuen Sprecher der FWG berufen. Auch das „Urgestein“ Georg Gschwendtner schied aus dem Gemeinderat aus. Anlässlich seines 70. Geburtstages erhielt er am 18. März 1991 die Bürgermedaille überreicht.

Am 1. Januar 1991 wechselte Marianne Wolf von der SPD zu den Freien Wählern. Zu dieser Zeit hatte die CSU die Wahlschlappe von 1990 immer noch nicht verarbeitet. Es gab manche Kampfabstimmung. Die FWG konnten daher die Stimme von Marianne Wolf sehr gut gebrauchen.

In den Folgejahren hielt die FWG erstmals in Altomünster und allen Ortsteilen der Marktgemeinde zehn Informationsversammlungen bzw. Frühschoppen ab, welche gut angenommen wurden, aber auf Dauer nicht mehr regelmäßig angeboten werden mussten. Nach wie vor veranstaltet die FWG aber alljährlich ein öffentliches „Dreikönigstreffen“, ein gemütliches Beisammensein, bei dem interessierte Bürger mit Mandatsträgern diskutieren können. 

1996 – 2002

Am 10. März 1996 wurde Konrad Wagner von den Bürgern mit einem Stimmenanteil von 98,34% bei der Kommunalwahl als 1. Bürgermeister bestätigt. Vor allem in den Bereichen Infrastruktur am Markt, Abwasserbeseitigung, Trinkwasserversorgung, Flurbereinigungen und Dorferneuerungen in zahlreichen Ortsteilen waren wichtige Maßnahmen auf den Weg gebracht und durchgeführt worden. Ihr bislang bestes Resultat erzielt die Liste der FWG bei der Wahl im Jahre 1996 mit 48,3% der Stimmen und 10 Sitzen im Gemeinderat. Mit Rosemarie Hofberger stellte die FWG seit 1996 auch den zweiten Bürgermeister. Auf Kreisebene verzeichnete die FWG Altomünster das beste Ergebnis aller Landkreisgemeinden. Bürgermeister Konrad Wagner und Hermann Well wurden in den Kreistag gewählt. Insgesamt erreichten die Freien Wähler 10 Sitze im Kreistag. Auf Kreisebene gründete sich 1995 ein Kreisverband unter Vorsitz von Kurt Piller (Dachauer ÜB). Konrad Wagner machte dabei klar, dass er eine „straffe, parteiähnliche Organisation“ nicht mitmachen würde (Dachauer Neueste Nr. 14 vom 18.01.1995).

Am 30. April 1996 wurde dem Mitbegründer der FWG, Ludwig Hofberger, die Bürgermedaille des Marktes Altomünster verliehen.

Am 5. Juli 1996 feierte die FWG in lockerer Atmosphäre ihr 30-jähriges Bestehen. Bei der Vorbereitung der Feier war es interessant zu sehen, wer schon alles mit den Freien Wählern in den vergangenen Jahrzehnten sympathisiert hatte und wer letztlich ein Freier Wähler geblieben ist. Manfred Heinrich hielt den Festvortrag und konnte im Kapplerbräu-Schützengewölbe von einer stetigen Aufwärtsentwicklung der FWG in den letzten Jahrzehnten berichten. Des Weiteren wurden an diesem Abend auch verdiente und langjährige Gemeinderäte der FWG verabschiedet.

Beim Dreikönigstreffen 1999 gab Josef Seidenschwarz, nach neun Jahren, seinen Rücktritt als Sprecher bekannt. Er wollte 2002 auch nicht mehr kandidieren. Nach den Worten von 1. Bürgermeister Konrad Wagner hat Josef Seidenschwarz die Freien Wähler in den neun Jahren seiner Amtszeit zu einer Blüte geführt, wie sie noch nie da war. Dabei habe er es geschafft die lose Gruppe mit viel Fingerspitzengefühl zu führen, sodass sie eine eingeschworene Gemeinschaft geworden sei.

In der gleichen Sitzung wurde Hans Lampl zum neuen Sprecher bestimmt. Als eine der ersten Initiativen von Hans Lampl stand der Besuch von Firmen-, Sport- und Sozialeinrichtungen auf den Plan. Hans Lampl sprach sich wie schon sein Vorgänger gegen eine Beteiligung der FWG an der Landtagswahl 1998 aus, die aber der Kreisverband betrieb. 

Sprecher der FWG Altomünster

 

Hubert Güntner

Weidenstraße 4

85250 Altomünster

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